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Gegenstandswert: Definition und Bedeutung einfach erklärt

Der Gegenstandswert ist der Geldwert, um den es in einer rechtlichen Angelegenheit geht — die Bemessungsgrundlage fast aller Gebühren im Forderungseinzug: Aus ihm ergeben sich über die gesetzlichen Tabellen die Anwalts- und Inkassogebühren (RVG) und die Gerichtskosten (GKG, dort „Streitwert“ genannt).

Rechtsgrundlagen zuletzt geprüft: 12. Juli 2026

Rechtsgrundlage

Gegenstandswert in der Praxis

Im Forderungseinzug ist der Gegenstandswert im Ausgangspunkt schlicht die Hauptforderung — Zinsen und Kosten bleiben als Nebenforderungen grundsätzlich außen vor, wenn sie neben der Hauptforderung geltend gemacht werden. Aus dem Wert folgt die Wertstufe der jeweiligen Tabelle: RVG und GKG staffeln unterschiedlich, weshalb dieselbe Forderung verschiedene 1,0-Werte für Anwalts- und Gerichtsgebühren liefert.

Zwei Besonderheiten prägen das Inkasso: Bei der reinen Zahlungsvereinbarung beträgt der Gegenstandswert nur 50 % des Anspruchs (§ 31b RVG) — die Einigungsgebühr wird also aus dem halben Wert gerechnet. Und Teilzahlungen verändern den Wert für spätere Gebührentatbestände: maßgeblich ist der jeweils noch offene Anspruch.

Aus Gläubigersicht

Der Gegenstandswert ist der Hebel, an dem jede Kostenprognose hängt: Wer ihn kennt, kann Geschäftsgebühr, Einigungsgebühr und Gerichtskosten vor jeder Eskalationsstufe exakt vorausberechnen — und Forderungsaufstellungen (eigene wie fremde) auf Plausibilität prüfen.

Faustregel für die Praxis: Hauptforderung bestimmen, Nebenforderungen sauber getrennt ausweisen, bei Ratenvereinbarungen an die 50-%-Regel denken.

Häufige Fragen

Zählen Zinsen zum Gegenstandswert?+

Grundsätzlich nicht, wenn sie als Nebenforderung neben der Hauptforderung geltend gemacht werden — maßgeblich ist die Hauptforderung.

Ist Gegenstandswert dasselbe wie Streitwert?+

Der Sache nach ja: „Gegenstandswert“ ist der RVG-Begriff für die Gebührenbemessung, „Streitwert“ der Begriff des Gerichtskostenrechts — beide bezeichnen den Wert der Angelegenheit.

Warum wird die Einigungsgebühr aus dem halben Wert gerechnet?+

§ 31b RVG setzt den Gegenstandswert reiner Zahlungsvereinbarungen auf 50 % des Anspruchs — Teil der Inkassorechtsreform 2021, die die Kosten von Ratenabreden begrenzt hat.

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Vertiefung im Wissen

Jede Gebühr vorab exakt kalkuliert.

Forderung digital übergeben — kvit